Geschichtliches zur Kirche Falkensee-Falkenhagen

 

Vorwort:

Da es in Brandenburg mehrere Orte mit dem Namen Falkenhagen gibt, soll hier verdeutlicht werden, dass diese Kirche sich im heutigen Falkensee-Falkenhagen befindet.
Doch "unser" Falkenhagen ist historisch bekannt durch die nicht standesgemäße Liebesbeziehung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen mit Wilhelmine Encke im 18. Jahrhundert.

 

1336  

Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Falkenhagen. Es wird davon ausgegangen, dass bereits zu dieser Zeit im Zuge der Besiedlung eine Kirche auf dem Dorfanger errichtet wurde.

 

1675 

Feuer in Falkenhagen. Das gesamte Dorf und die Kirche wurden ein Raub der Flammen.
 

1676 

Die Falkenhagener Kirche entsteht am alten Platz neu, mit großer Wahrscheinlichkeit nach dem Vorbild der alten Wehrkirche. Sie erhielt Stichbogenfenster, je drei auf der Nord- und Südseite und zwei an der Ostseite.

 

1680 

wird die neue aus Feldsteinen errichtete Kirche eingeweiht. Der Bau erstreckt sich traditionsgemäß in Ost- Westrichtung. Der Glockenturm war aus Holz und mit Holzschindeln gedeckt. Die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1680 ist noch heute vorhanden.

 

1806 

Erneut wütete ein Feuer in Falkenhagen. Der nördliche Teil des Dorfes, auch der Encke-Hof werden vernichtet. Die Kirche blieb unversehrt.

 

1807 

Der Encke-Hof wird wieder aufgebaut, jedoch nicht als Bauernhof. Das dortige Haus wurde mit einem Saal versehen und anlässlich von Hofjagden genutzt, stand aber bald für längere Zeit leer.

 

1819 

Das Pfarramt wurde von Seegefeld in das ehemalige Encke-Haus verlegt, wo es sich noch heute befindet.

 

1822 

Wieder Feuer in Falkenhagen, von dem nur die Kirche und vier Häuser verschont blieben.

 

1882 

Der Kirchturm wird mit Schiefer gedeckt. Später wurden an der Süd- und Westseite der Kirche kleine Anbauten angefügt. Die Westseite erhielt zudem zwei spitzbogige Fenster.
(Text der Urkunde vom Umbau / Text des Gemeindekirchenrats / Baubericht)

 

1900 

ungefähr: Die Ostfenster wurden erneuert.

 

1920 

Die Glocken im Turm datieren aus diesem Jahr, sind für Besucher nicht sichtbar. Sie wurden in Bochum in der Stimmung F - Gis - Ces gegossen. Seit Mai 1920 rufen Sie zum Gottesdienst.

 

1922 

erscheint ein Evangelisches Wochenblatt Seegefeld-Falkenhagen unter dem Titel "Heimatglocken". Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Innern der Kirche wurde am Heilig Abend ein Festgottesdienst gehalten. Hierzu gab es eine Gottesdienstordnung, wonach die Weiherede und das Weihegebet von dem seinerzeitigen Generalsuperintendenten D. Agenfeld gehalten wurde.

Die Jahreszahl 1922 war neben der Jahreszahl 1703 im dem seinerzeitigen Altar festgehalten.

 

1940 

Im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen hatte (musste) Pfarrer Neese einen Meldebogen, den er als vorsorglich bezeichnete, für Bronzeglocken abgeben, worauf der Vermerk "Bronze fraglich" angebracht war.

 

1960 

erfolgte wieder ein Umbau im Innern der Kirche, wobei die Kanzel aus dem Altar genommen und separat aufgestellt wurde, an die Stelle wurde ein Bild des Falkenseer Malers Franz Haferland "Motiv aus der Emmaus Geschichte" eingefügt. Die bisherigen Malereien u. a. an der Kirchendecke und den Balken wurden grau überstrichen.

 

1980 

In der Woche vom 26. Mai (Pfingstmontag) bis Sonntag, d. 1. Juni wurde eine Festwoche "300 Jahre Falkenhagener Kirche" veranstaltet. Den festlichen Abschlußgottesdienst hielt der Generalsuperintendent Bransch aus Potsdam.

 

Anfang der 80er Jahre wurde das Glockengeläut (3 Glocken) vom manuellen Betrieb auf elektromotorischen Antrieb umgebaut. Leider fehlten der Gemeinde die Mittel hierfür. Jedoch gab es glücklicherweise Sponsoren, die diese Maßnahme durch eintsprechende Sachspenden (Motor) und Geldzuwendungen ermöglichten. Es waren die Paul-Gerhardt-Gemeinde in Berlin-Spandau und die Partnergemeinde in Karlsruhe. Das Unterfangen war aber nicht so einfach, denn diese Helfer befanden sich jenseits der damaligen Mauer, der menschenverachtenden Teilung Deutschlands durch die kommunistische Diktatur.

 

1986 

Die Kirche erhält eine neue Orgel -eine Schuke-Orgel- aus der baufälligen Kirche in Zeestow.

 

1994 

Beginn umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Kirche in mehren Bauabschnitten. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine Schiefereindeckung des Kirchendaches und des Turmdaches, die Erneuerung der Turmspitze - sie besteht aus der Kugel (Knopf), der Wetterfahne mit den Jahreszahlen 1680, 1882, 1997 und dem Kreuz; die alte Wetterfahne aus dem Jahre 1680 ist heute noch vorhanden. Zimmermannsarbeiten an der Trägerkonstruktion des Turmes. Hinzu kamen die Sanierung aller Fenster und des Feldsteinmauerwerkes, die Rekonstruktion des Innenraumes mit seinem weitspannenden Holz-Tonnengewölbe sowie den Einbau einer Fußbodenheizung. In der Kugel (Knopf) befinden sich jeweilige zeitgeschichtliche Dokumente (u. a. Zeitungen, Münzen, Bilder). Die Dokumente der Reparatur von 1832 sind leider vermodert gewesen.

 

1997 

Übergabe (Spende) einer Fahne als Ersatz für die in den Kriegsjahren abhanden gekommenen Fahne durch das Gemeindeglied Frau Anna Zander.

 

2000 

Nach (fast) abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen gab es am 22. Oktober 2000 eine Kirchweihe.

 

2008 

Rekonstruktion des Altars. Fertigstellung und Einweihung am 14. Juni 2008.

 

2011

Einweihung des neuen Urnenfeldes am 20.01.2011

 

2012

Grundsanierung der Sakristei durch Abdichtung des Fundamentes, Erneuerung des Außenmauerwerks und Teil-Instandsetzung des Dachgebälks.

 

Unter Verwendung historischer Aufzeichnungen/Dokumente zusammengestellt v. Joachim Hackbarth